Auf der Insel Malta

Leseprobe aus Band 8, Seite 78 und 79

Die Leute am Strand hatten schon gemerkt, dass ein Schiff in Seenot geraten war. Sie halfen die Schiffbrüchigen an Land und sammelten Holz für ein großes Feuer. Es regnete nämlich stark, und kalt war es auch. Paulus half mit, indem er einen großen Haufen Zweige zusammenraffte und ihn aufs Feuer warf. In diesem Augenblick zischte eine Schlange aus dem Reisighaufen und biss sich in seiner Hand fest. Die Leute schrien auf, zeigten auf die Schlange und riefen: »Dieser Mann ist bestimmt ein Mörder. Die Göttin der Rache lässt ihn nicht leben. Er ist zwar dem Meer entkommen, doch jetzt muss er sterben.«

Doch Paulus regte sich über die Schlange gar nicht auf. Er schleuderte das Tier ins Feuer und verhielt sich so, als wäre nichts gewesen. »Die Schlange war giftig«, tuschelten die Leute. »Gleich wird seine Hand anschwellen. Gleich wird er tot umfallen!« Sie starrten ihn an und warteten. Aber es geschah nichts. Als die Stunden vergingen und Paulus immer noch gesund und munter war, änderten sie ihre Meinung. Nun sagten sie: »Dieser Mann ist ein Gott!« Inzwischen schickte der wichtigste Mann auf dieser Insel Boten zum Strand. Publius war reich und hatte viele Landgüter und Gutshäuser. Er lud die Passagiere ein: »Kommt und wohnt bei mir. Ich habe genug Platz.« Drei Tage lang konnten sie bei ihm bleiben.

Am letzten Tag erfuhr Paulus, dass der Vater von Publius hohes Fieber hatte. Er war an Ruhr erkrankt und hatte Bauchschmerzen und Durchfall. Paulus fürchtete sich nicht vor Ansteckung, sondern ging ins Krankenzimmer und betete um Heilung. Dann legte er dem Kranken die Hände auf dem Kopf und machte ihn gesund.

Das sprach sich überall herum. Nun kamen auch die anderen Kranken, die es auf der Insel gab - Paulus heilte sie alle. Kein Wunder, dass man ihn mochte! Die fragten ihn: »Brauchst du etwas? Können wir dir irgendwie helfen?« Sie versorgten Paulus und seine Begleiter mit allem, was sie zur Weiterreise benötigten.

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