Aus Trauer wird Freude

Leseprobe aus Band 5, Seite 174 und 175

Bald darauf reiste Jesus mit seinen Jüngern und vielen anderen Leuten in die Stadt Nain. Kurz vor dem Stadttor kam ihnen ein Trauerzug entgegen. Der Tote lag auf einer Bahre, und seine Mutter schluchzte und weinte, denn sie vermisste ihren Jungen so sehr. Ihr Mann war nämlich auch schon gestorben, und dies war ihr einziger Sohn. Die Bewohner der Stadt versuchten sie zu trösten, aber es gelang ihnen nicht. Sie weinte immerzu.

Jesus hatte Mitleid mit der Frau. Er sagte: »Du brauchst nicht mehr zu weinen.« Dann legte er seine Hand auf die Bahre. Die Träger blieben stehen und wunderten sich. Nach dem Gesetz war jeder, der einen Toten berührte – oder auch die Bahre – eine Woche lang unrein. Deshalb hielten die Leute etwas Abstand. Doch als sich Jesus über den Toten beugte, kamen sie näher. Sie hatten schon davon gehört, dass er Kranke geheilt hatte. Man sagte von ihm, er habe auch Dämonen vertrieben. Konnte er etwa auch Tote wieder lebendig machen?

Ruhig und mit fester Stimme sagte Jesus zu dem toten Jungen: »Ich befehle dir: Steh auf!« Im selben Augenblick setzte sich der Junge auf und fing an zu reden. Die Bibel verrät uns nicht, was er sagte. Vielleicht fragte er: »Mutter, warum weinst du?« Oder »Was ist passiert? Wohin tragt ihr mich?« Es kann auch sein, dass er Jesus dankte und sagte: »Ich bin so froh, dass ich wieder lebendig bin!« Auf jeden Fall umarmte ihn die Mutter und war sehr glücklich.

Die Leute schwiegen. Sie konnten es noch nicht fassen. Aber dann wurden sie fröhlich und lobten Gott. »Gott ist bei uns!«, rief einer, und ein anderer sagte: »Endlich hilft er seinem Volk!« Ein Dritter meinte – und da waren sich alle einig: »Gott hat uns einen mächtigen Propheten geschickt!«

Diese Nachricht verbreitete sich im ganzen jüdischen Land.

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